Schock- und Entwicklungstrauma lösen - Somatic Experiencing

Somatic Experiencing ist eine psycho-physiologische Methode zur Lösung von Traumasymptomen. Sie ist insbesondere hilfreich für Menschen, die Schock und chronischen Stress erlebt oder andere überwältigende Erfahrungen gemacht haben. Da die Methode noch relativ jung ist, ist sie bisher wissenschaftlich nicht anerkannt, Studien zur Evidenz laufen.

Trauma wird durch ein Ereignis verursacht, das unsere Grenzen überrennt und uns überwältigt und hilflos macht. Wenn wir uns ernstlich bedroht fühlen, übernehmen biologische Kampf-, Flucht- und Erstarrungsreaktionen, um unser Überleben zu sichern. Nach schwierigen Erfahrungen kann unser Nervensystem weiterhin in Alarmbereitschaft bleiben und ständig bereit sein, Kampf- oder Fluchtreaktionen umzusetzen. Oder wir haben aufgegeben oder verharren dauerhaft in einer Art Totstell-Reflex oder Schockstarre. Dies kann die verschiedensten Symptome hervorrufen, z.B.:

  • Hypervigilanz (erhöhte Wachsamkeit); Reizbarkeit, Wutausbrüche
  • Hyperaktivität
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • verstärktes Kontrollbedürfnis
  • die Unfähigkeit sich zu entspannen
  • erhöhte Schreckhaftigkeit, Ängste und Panikattacken
  • Kopfschmerzen, Immunschwäche, Verdauungsprobleme
  • erhöhte Sensitivität gegenüber Geräuschen / erhöhte Lichtempflindlichkeit
  • Ein- und Durchschlafstörungen, Albträume, Nachhallerinnerungen (flashbacks)
  • die Unfähigkeit, den eigenen Körper zu spüren, Taubheitsgefühle
  • die Unfähigkeit, liebevolle Beziehungen mit anderen zu etablieren, Entfremdungsgefühle
  • verminderte Stresstoleranz
  • das Vermeiden bestimmter Situationen
  • Leugnen, das etwas Bedrohliches geschehen ist
  • Scham
  • Depression
  • Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS)
  • Chronische Schmerzen
  • Fibromyalgie
  • andere Symptome post-traumatischer Stressbelastung (PTBS) inkl.
  • unklarer Symptomatik.

Somatic Experiencing kann helfen, festgefahrene Kampf-, Flucht- und Erstarrungsreaktionen aufzulösen und das Nervensystem darin unterstützen, wieder in die Selbstregulation zu finden. Somatic Experiencing arbeitet mit der energetischen Ladung der Überlebensreaktionen im Nervensystem und ist auch geeignet, Geschehnisse zu bearbeiten, an die u.U. keine bewussten Erinnerungen bestehen (z.B. prä- und perinatales Trauma).
Um Re-traumatisierung vorzubeugen, arbeiten wir titriert, d.h. kleinschrittig.

Mit Hilfe von Somatic Experiencing können wir schwierige Erfahrungen neu verhandeln, wieder in Kontakt mit unseren Ressourcen kommen und unsere innewohnende Gesundheit zurückerobern.

Somatic Experiencing ist das Lebenswerk von Dr. Peter Levine, dem Autor von u.a. Trauma-Heilung: Das Erwachen des Tigers. Unsere Fähigkeit, traumatische Erfahrung zu transformieren (1998); Sprache ohne Worte – Wie unser Körper Trauma verarbeitet und uns in die innere Balance zurückführt (2011); Trauma und Gedächtnis. Die Spuren unserer Erinnerungen in Körper und Gehirn. Wie wir traumatische Erfahrungen verstehen und verarbeiten (2015).
Mehr Information zu Somatic Experiencing finden Sie auch auf www.traumahealing.org.

Seit 2014 bin ich Teil des SE-Ausbildungsteams des ZIST im Voralpenland und der UTA-Akademie in Köln. Einzelsitzungen werden im Rahmen der Ausbildung zum Somatic Experiencing Practitioner (SEP) anerkannt, alle Level.

Trauma ist ein Bestandteil des Lebens. Es muss jedoch kein lebenslängliches Urteil sein.

Dr. Peter Levine

Ein Trauma ist eine eingefrorene Handlung.

Hugh Milne D.O.

Mitgefühl ist nicht die Beziehung zwischen dem Heiler und dem Verwundeten. Es ist eine Beziehung auf Augenhöhe. Nur wenn wir unsere eigenen Schattenseiten gut kennen, können wir mit den Schattenseiten von anderen präsent sein. Mitgefühl ist erst dann echt, wenn wir uns gewahr werden, dass wir alle Menschen sind.

Pema Chödrön